Indien
Im August 2000 konnten wir uns unseren Traum von einer längeren Radreise
endlich verwirklichen.Nach einiger Vorbereitung zu Hause, Materialauswahl, Routenplanung, und Training standen wir um 7.00 Uhr morgen in Madras an der Indischen Ostküste.
Unserer Ziel war es einmal quer durch Indien zu fahren. Vier Monate später wollten wir in Mumbei (Bombay) sein.
Bei der Ankunft erschien es uns das dann doch etwas verrückt. Da es hier fast keine Straßenverkehrsordnung gibt.
Bei über 35° , Linksverkehr, Kühe, Schweine, Ziegen, Hunde und Affen auf der Strasse ist es schwierig sich vorzustellen noch weitere 4 Monate hier Unterwegs
zu sein.
Die Hauptstrassen sind sehr gut, allerdings so dicht befahren, das wir es immer vorgezogen haben die kleinen abgelegenen Strassen zu fahren. Leider kommt man auf diesen Strassen kaum vorwärts da der Zustand oft sehr schlecht ist.
Zum Glück habe wir ein GPS-Gerät dabei (Satelliten Navigationsgerät) sonst würden wir uns wahrscheinlich oft verfahren.
Denn die Straßenausschilderung war sehr problematisch da die Schilder fast immer nur in einer der Ortsprachen bzw. Landesprache waren. In Indien gibt es 12 Hauptsprachen und über 200 verscheiden Dialekte so das es für uns sehr schwierig was zu essen zu bestellen. Englisch wird zwar auch gesprochen aber in den vielen kleinen Dörfer, im Landesinneren , die mir besucht haben, konnte oft nur ein Lehrer oder der Dorfrichter etwas Englisch. Wir mussten uns auch daran gewöhnen das sobald wir angehalten haben sofort das halbe Dorf bei uns Stand. In denn ersten
drei Wochen haben wir fast immer nur das gleiche gegessen und das war Reis mit 2-3 drei Sorte scharfem Gemüseeintopf, auf einem Bananenblatt Serviert. Es hätte bestimmt mehr Auswahl gegeben aber die Verständigungsschwierigkeiten haben dafür gesorgt das wir , bis wir wenigstens ein paar Worte uns angeeignet hatten, immer das gleiche bekommen haben.
Gegessen wird mit den Fingern der rechten Hand.
Meistens sind wir Morgens um 5.00 Uhr aufgestanden und eine halbe Stunde
später losgefahren, da war es wenigsten noch nicht so heiß. Übernachtet haben
wir fast immer in kleinen Hotels wenn es keines gab auch mal Privat.
Nie ist uns etwas gestohlen worden obwohl wir unseren kompletten Räder oft mit Gepäck alleine stehen gelassen haben.
Was uns auch sehr gewundert hat im Landesinneren ist es so gut wie nie passiert das wir auf Bettler gestoßen sind. Die Dörfer waren sehr gepflegt, mit wenig Müll und fast alle Leute sehr gutgelaunt. Sobald man aber an Stellen kommt wo das „moderne Leben „ Einzug gehalten hat ist es mit der Beschaulichkeit vorbei. Überall werden Produkte verkauft die nur zum einmaligen Gebrauch gemacht sind für vieles gibt es nutzlose Umverpackungen aus Plastik
Das wird natürlich auch weggeschmissen aber das können die Kühe oder Schweine nicht verwerden und verrotten tut es auch nicht also bleibt es einfach liegen.
Bei unseren kleinen Wegen passiert es oft das uns Schlangen , Warane oder ähnliches über den Weg laufen
An manchen Tagen kommen wir nur 30km weit an anderen sind es über 80km je nach Wetter & Strasse.
Es passiert hier auch das man einfach zum Essen eingeladen wird.
Nach 2800km haben wir es geschafft wir sind an der Westküste von Indien angekommen.
Hier kann man noch einige Stellen finde wo es fast kein Tourismus gibt.
Jetzt ist erst mal Entspannung angesagt und wir verbringen eine super Woche direkt am Strand weitab vom Massentourismus.
